💧 Wasserfall · Telemark

Rjukanfossen

Rjukanfossen stürzt 246 m in die Maristugjuvet-Schlucht – seit 1911 reguliert, UNESCO-Welterbe und Schwerwasser-Geschichte. Wohnmobilparkplatz an der Krokan-Hütte.

Der Rjukanfossen stürzt in die enge Maristugjuvet-Schlucht mit den steilen Bergflanken des Vestfjorddalen und dem Gaustatoppen im Hintergrund

246 m

Gesamthöhe

104 m

Größter Fall

letztes Juli-Wochenende (Marispelet)

Beste Saison

Ja

Wohnmobil-Parkplatz

Willkommen am Rjukanfossen

Der Rjukanfossen ist Norwegens dramatischstes Paradox: im 19. Jahrhundert eine der bekanntesten Naturattraktionen Europas, heute meist völlig trocken. Der Wasserfall stürzt insgesamt 246 Meter in die Maristugjuvet-Schlucht im Vestfjorddalen, mit einem größten freien Fall von 104 Metern – doch seit Norsk Hydro 1911 mit dem Kraftwerksbau bei Vemork begann, wird das Wasser der Måna in Rohren am Wasserfall vorbeigeleitet. Für Wohnmobilreisende ist Rjukan dennoch einer der wichtigsten Stopps des Landes: das UNESCO-Welterbe «Industrieerbe Rjukan-Notodden» von 2015, die Schwerwasser-Sabotage von 1943, die Silhouette des Gaustatoppen und der Wasserfall selbst, der an einem Wochenende pro Sommer in voller Kraft zurückkehrt.

Fakten zum Wasserfall

  • Gesamthöhe: 246 m
  • Größter Fall: 104 m
  • Anzahl Stufen: mehrstufig (mehrere Stufen hinab in die Schlucht)
  • Fluss: Måna
  • Typ: tiered
  • Wasserführung (Durchschnitt): reguliert – Wasser wird nur zu besonderen Anlässen abgelassen
  • Geologie: Maristugjuvet, eine tiefe Flussschlucht, die während der Eiszeiten im Vestfjorddalen ausgegraben wurde
  • Beste Saison für Wasserführung: letztes Juli-Wochenende (Marispelet – Wasserablass)

Was den Wasserfall besonders macht

Der Rjukanfossen ist in erster Linie ein historisches Monument. Im Zeitalter der Romantik war er ein Pflichtstopp auf der «Bildungsreise» durch Norwegen und wurde mit den Niagarafällen und dem Reichenbachfall verglichen. Als Norsk Hydro unter Sam Eyde 1911 das Kraftwerk Vemork errichtete – damals das größte Kraftwerk der Welt –, wurde das Wasser der Måna in Rohren am Wasserfall vorbeigeleitet. Was eine der größten Naturattraktionen Europas war, wurde zur wichtigsten Energiequelle der Industrie.

Die Anlage schrieb ein zweites Mal Weltgeschichte, während des Krieges. In Vemork wurde Schwerwasser als Nebenprodukt der Kunstdüngerproduktion hergestellt, und dieses Schwerwasser war der Schlüssel zur Atomwaffenforschung Nazi-Deutschlands. Die Saboteure der Kompani Linge stoppten die Produktion im Februar 1943 – eine der berühmtesten Operationen des Krieges. Die UNESCO nahm den gesamten Kraftwerksausbau in Rjukan und Notodden 2015 in die Welterbeliste auf, sowohl wegen der technischen Leistung als auch wegen der Kriegsgeschichte.

Geologisch stürzt der Wasserfall in die Maristugjuvet, die enge Flussschlucht, die das gesamte Vestfjorddalen zu einem dramatischen Tal gemacht hat, eingerahmt vom Gaustatoppen (1883 m ü. M.) im Süden.

Wohnmobil-Parken und Aussicht

  • Offizieller Parkplatz: Ja, an der Krokan-Hütte direkt an der Fylkesvei 651, etwa 500 Meter vom Wasserfall entfernt. Platz für Wohnmobile. Krokan ist die allererste Touristenhütte des DNT, eröffnet 1868.
  • Entfernung vom Parkplatz zum Aussichtspunkt: 500 m (etwa 7 Minuten zu Fuß)
  • Schwierigkeit zum Aussichtspunkt: Einfach
  • Brücke/Plattform: Ja, Aussichtsplattform über dem Wasserfall und der Schlucht, mit Pfad weiter hinauf zum oberen Schluchtrand mit Blick auf Vemork und den Gaustatoppen
  • Café vor Ort: Ja, Krokan-Hütte
  • Wohnmobilstellplatz im Zentrum: Wohnmobilparkplatz Rjukan an der Søheimsveien, etwa 5 km östlich – der offizielle Wohnmobilstellplatz der Region
  • Empfohlene Campingplätze:
  • Festival in der Region: Notodden Bluesfestival – 54 km
  • Nationalpark in der Nähe: Hardangervidda Nationalpark – 74 km
  • Attraktionen in der Nähe: Vemork-Museum (Norwegisches Industriearbeitermuseum, Schwerwasser-Geschichte) und Gaustabanen hinauf zum Gaustatoppen

So kommst Du hin

Von Oslo: E134 westwärts über Kongsberg und Notodden, dann Rv37 nordwärts nach Rjukan – etwa 175 km, 2 Stunden 40 Minuten. Von Bergen: E134 ostwärts über Haukelifjell und Åmot, dann Rv37 nordwärts – etwa 380 km. Von Trondheim: E6 südwärts nach Dombås, Rv15/E134 Richtung Telemark – rechne mit 8 Stunden.

Vom Zentrum Rjukan fährst Du westwärts auf der Fylkesvei 651 Richtung Vemork etwa 5 km. Der Parkplatz ist mit «Rjukanfossen» und «Krokan» ausgeschildert. Die Straße ist ganzjährig wohnmobiltauglich; das Vestfjorddalen ist bekannt für begrenztes Sonnenlicht im Winter, aber die Hauptstraßen werden offen gehalten und sind geräumt.

Beste Reisezeit

Das ganz Besondere am Rjukanfossen ist Marispelet am letzten Juli-Wochenende. Dann lässt Norsk Hydro Wasser ins alte Flussbett, und der Wasserfall erhält seine ursprüngliche Kraft mit 104 Metern freiem Fall zurück. Marispelet ist ein historisches Freilichtspiel, das auf einer natürlichen Amphitheater-Bühne am Wasserfall aufgeführt wird, und der Wasserablass ist Teil der Vorstellung. Dies ist die einzige Gelegenheit im Jahr, den Wasserfall in voller Stärke zu sehen.

Außerhalb von Marispelet ist der Wasserfall normalerweise trocken, doch die Gegend ist wegen des Industrieerbes, Vemork und Krokan trotzdem einen Besuch wert. Frühling und Herbst bieten das dramatische Licht im Vestfjorddalen, während im Winter der Rjukan-Spiegel – die große Spiegelinstallation oben am Berghang – Sonne ins Zentrum lenkt, das sonst von September bis März im Schatten liegt.

Weitere Erlebnisse in der Region

Vemork liegt buchstäblich Wand an Wand mit dem Wasserfall und ist das Norwegische Industriearbeitermuseum – die Geschichte des Kraftwerksausbaus und der Schwerwasser-Sabotage ist Pflichtlektüre für den Besuch. Die Gaustabanen bringt Dich im Inneren des Berges hinauf zum Gipfel des Gaustatoppen, von wo aus Du an klaren Tagen ein Sechstel der Festlandfläche Norwegens überblickst. Die Krossobanen von 1928 ist die erste Seilbahn Nordeuropas, ursprünglich von Norsk Hydro gebaut, damit die Arbeiter im Winter Sonne bekamen. Für Wohnmobilreisende weiter westlich liegt der Hardangervidda Nationalpark mit mehreren Wasserfällen, und die Route über das Hochgebirge nach Eidfjord bietet eine der schönsten Tagesfahrten Norwegens.

Karte und Campingplätze in der Nähe

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CampingplatzWohnmobilstellplatzRastplatz / StellplatzHofladen-Parkplatz

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Geprüft anhand von 1 Quelle · zuletzt geprüft 16.5.2026
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