💧 Wasserfall · Vestland

Der Wasserfall, der sich für den Trolltunga-Tourismus opferte

Tyssestrengene war einst Norwegens höchster Wasserfall mit 646 m Fall – heute 99 % des Jahres trocken nach der Tysso-II-Regulierung 1967. Nur vom Trolltunga-Pfad sichtbar.

Der Wasserfall Tyssestrengene in der Felswand östlich von Tyssedal, gesehen vom Trolltunga-Pfad

646 m

Gesamthöhe

312 m

Größter Fall

selten – nur bei Wartungsstillstand

Beste Saison

Willkommen am Tyssestrengene

Hoch über dem Ringedalsvatnet, in der senkrechten Felswand östlich von Tyssedal in Ullensvang, hängt eine leere Felswand, die einst Norwegens höchster Wasserfall war. Der Tyssestrengene stürzte 646 Meter vom Hardangervidda-Plateau hinab, mit einem freien Fall von 312 Metern, und galt als fünfthöchster Wasserfall Norwegens und als einer der großartigsten Europas. Heute ist der Berg still. Der Tysso-Fluss wurde 1967 in einen Tunnel zum Kraftwerk Tysso II geleitet, und der Wasserfall ist 99 % des Jahres trocken. Für Wohnmobilreisende, die das dramatische innere Hardanger erleben wollen, ist der Tyssestrengene vor allem ein Mahnmal – ein Wasserfall, der sich für den Kraftwerksausbau opferte und für das Trolltunga-Abenteuer, das später im selben Tal entstehen sollte.

Fakten zum Wasserfall

  • Gesamthöhe: 646 m
  • Größter Fall: 312 m
  • Anzahl Stufen: 2
  • Fluss: Tysso
  • Typ: tiered (zweigeteilt mit zwei parallelen Strängen)
  • Wasserführung (Durchschnitt): nach der Regulierung (1967) nicht messbar
  • Geologie: gletschergegrabenes Hängetal, Steilhang über dem Ringedalsvatnet
  • Beste Saison für Wasserführung: selten – nur bei Wartungsstillstand im Tysso-II-Tunnel

Was den Wasserfall besonders macht

Der Tyssestrengene ist kein Wasserfall, zu dem Du reist, um Wasser zu sehen – er ist eine historische Markierung. Der Name kommt von den zwei parallelen Strängen, die dem Wasserfall seine charakteristische zweigeteilte Form gaben, eine seltene geologische Konfiguration, bei der sich der Tysso-Fluss vor dem freien Fall von 312 Metern hinab zum Ringedalsvatnet in zwei Läufe teilte. Zusammen mit dem Nachbar-Wasserfall Ringedalsfossen bildete dies eines der großartigsten Fallsysteme Europas.

Die Regulierung begann bereits 1908, als das Kraftwerk Tysso I in Betrieb ging und die Wasserführung halbierte. Der endgültige Schlag kam 1967 mit Tysso II, als der gesamte Fluss in einen Tunnel hinab zur Kraftstation in Tyssedal geleitet wurde. Der Verlust dieser beiden Wasserfälle löste starke Reaktionen aus und wurde zu einem wichtigen Katalysator für die norwegische Naturschutzbewegung – der Kampf gegen Mardøla 1970 und später die Alta-Aktion entsprangen einem breiteren Verständnis in der Bevölkerung, dass etwas Unersetzliches im Verschwinden begriffen war. Hunderte anderer norwegischer Wasserfälle wurden in der Folge unter Schutz gestellt.

Wohnmobil-Parken und Aussicht

Der Tyssestrengene hat keinen offiziellen Wohnmobilparkplatz und ist von keiner Straße aus sichtbar. Die einzige Aussicht führt über den Trolltunga-Pfad:

  • Offizieller Parkplatz: P2 Skjeggedal, 180 Plätze, kostenpflichtig – Ausgangspunkt des Trolltunga-Pfads
  • Strom/Entsorgung: nicht verfügbar an P2
  • Entfernung vom Parkplatz zum Aussichtspunkt: der Wasserfall ist unterwegs auf dem 27 km langen Trolltunga-Pfad (hin und zurück) zu sehen
  • Schwierigkeit zum Aussichtspunkt: extrem – nur für bergerfahrene Wanderer
  • Brücke/Plattform: nein
  • Empfohlene Campingplätze:
  • Aktivität in der Nähe: Trolltunga-Wanderung – 2 km
  • Angrenzende Landschaftsroute: Hardanger – 46,7 km
  • Nationalpark in der Nähe: Folgefonna Nationalpark – 23,4 km

Praktisch für Wohnmobile: P2 Skjeggedal ist der Parkplatz für die Trolltunga-Tour und liegt auf 370 m ü. M. nach einer steilen, schmalen Straße hinauf von Tyssedal. Größere Wohnmobile sollten in Tyssedal oder Odda übernachten und einen Shuttlebus oder ein kleineres Fahrzeug nach P2 nutzen. Die Wasserfallstränge selbst sind von Aussichtspunkten entlang des Trolltunga-Pfads zu sehen – doch denk daran, dass der Berg den größten Teil des Jahres trocken ist.

So kommst Du hin

Von Oslo: E134 über Haukelifjell nach Odda (ca. 5 Stunden), dann Rv13 nordwärts nach Tyssedal. Ab Tyssedal folgst Du der ausgeschilderten Straße hinauf nach Skjeggedal und P2.

Von Bergen: E16 nach Voss, dann Rv13 südwärts durch Granvin und Kinsarvik nach Tyssedal (ca. 3 Stunden). Fährfrei, seit die Hardangerbrücke 2013 eröffnet wurde.

Von Trondheim: E6 südwärts nach Oppdal, dann Rv70/Rv9/Rv13 über Røldal und Odda nach Tyssedal (ca. 9 Stunden).

Wohnmobil-spezifisch: Die Straße von Tyssedal hinauf nach Skjeggedal ist schmal und steil mit mehreren Kurven und wird für größere Wohnmobile über 8 Meter nicht empfohlen. Im Winter von November bis Mai gesperrt. Der Trolltunga-Pfad ist nur von etwa dem 15. Juni bis 15. September ohne Guide begehbar.

Beste Reisezeit

Der übliche Rat zur Wasserführung gilt hier nicht. Der Tyssestrengene ist 99 % des Jahres trocken, und der Wasserfall lässt sich in der Praxis nicht als Ziel planen. Die seltenen Fälle, in denen der Wasserfall Wasser bekommt, sind bei Wartungsstillstand im Tysso-II-Tunnel, der nicht öffentlich angekündigt wird. Historische Fotografien aus der Zeit vor 1908 und vor 1967 zeigen den Wasserfall in voller Pracht – diese hängen unter anderem im Norwegischen Wasserkraft- und Industriegeschichtsmuseum in Tyssedal und geben einen Eindruck davon, was verloren gegangen ist.

Für Fotografen sind die Wasserfallstränge auch ohne Wasser visuell interessant: Die beiden tiefen Rinnen in der senkrechten Felswand sind vom Trolltunga-Pfad aus noch deutlich erkennbar, und Morgenlicht aus dem Osten gibt dramatischen Schatten in den Spuren. Der Winterzugang ist wegen Schnee und gesperrter Straße zu P2 sehr schwierig.

Weitere Erlebnisse in der Region

Das innere Hardanger ist reich an Alternativen. Die Trolltunga-Wanderung selbst ist das Haupterlebnis der Region und passiert den Tyssestrengene auf dem Weg hinauf. Der Folgefonna Nationalpark liegt 23 km entfernt und bietet Gletscherführungen mit Folgefonni Breførarlag. Der Vøringsfossen am Måbødalen lässt sich bei der Rückfahrt über die Hardangervidda kombinieren. Das Norwegische Wasserkraft- und Industriegeschichtsmuseum in Tyssedal erzählt die Geschichte des Kraftwerksausbaus, der den Wasserfall nahm, und Odda ist Basis für Hardanger-Geigentraditionen und Industriearchitektur aus der Tyssedal-Epoche.

Karte und Campingplätze in der Nähe

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Geprüft anhand von 1 Quelle · zuletzt geprüft 16.5.2026
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