Wohnmobil-Route Norwegen: 2 und 3 Wochen
Wohnmobil-Route Norwegen für 2 und 3 Wochen: realistische Etappen, Fjorde, Gebirgspässe mit Öffnungszeiten, Fähren per AutoPASS und ehrliche Fahrzeiten.
Zwei oder drei Wochen – was passt zu deiner Norwegen-Route?
Zwei Wochen reichen für eine tiefe, entspannte Fjord-Runde im Süden und Westen Norwegens: Telemark, Sognefjord, Hardangerfjord und Geiranger lassen sich mit kurzen Tagesetappen gut verbinden. Drei Wochen verlängern die Reise theoretisch bis zu den Lofoten, sind dafür aber knapp – allein die Strecke vom Süden nach Norden und zurück frisst viele reine Anfahrtstage. Die ehrliche Empfehlung: Plane lieber weniger Strecke und mehr Zeit pro Ort. In diesem Ratgeber findest Du beide Routen mit realistischen Fahrzeiten, die Saison der wichtigsten Gebirgspässe und alles, was Du über Fähren und deren Bezahlung wissen musst.
Anreise: Fähre ab Kiel oder komplette Anfahrt über Schweden
Der bequemste Einstieg für Wohnmobil-Reisende aus Deutschland ist die Color-Line-Übernachtfähre von Kiel nach Oslo. Sie dauert rund 20 Stunden, Du sparst Dir die lange Fahrt durch Schweden und startest ausgeruht. Die Preise für ein Wohnmobil variieren je nach Saison und Fahrzeuglänge stark, deshalb nennen wir hier bewusst keine feste Zahl – schau direkt auf colorline.com nach Deinem Reisezeitraum.
Alternativ kannst Du über die dänischen Häfen anreisen (etwa Hirtshals nach Kristiansand oder Larvik) oder komplett über Schweden fahren. Für zwei Wochen lohnt sich die direkte Kiel-Oslo-Verbindung, weil sie dir einen ganzen Reisetag schenkt. Bei drei Wochen Richtung Norden ist eine Anreise über Schweden überlegenswert, weil Du dann weiter nördlich einsteigen kannst.
Bevor Du losfährst, kümmere Dich um die Maut- und Fährbezahlung – dazu mehr im Abschnitt zu den Fähren.
Die 2-Wochen-Route: Süden, Telemark und die Fjorde
Diese Runde startet und endet in Oslo und konzentriert sich auf Westnorwegen. Grobe Etappen:
- Oslo nach Telemark – ruhiger Einstieg durch grüne Täler und Seen, ideal zum Eingewöhnen.
- Telemark zum Sognefjord – hier beginnt die Fjordwelt mit der berühmten Schneestraße Aurlandsfjellet nahe Aurland und dem Aussichtspunkt Stegastein.
- Sognefjord zum Hardangerfjord – über Odda und Eidfjord, mit Wasserfällen und engen Fjordstraßen.
- Hardanger nach Geiranger – das ikonische Finale mit dem Geirangerfjord.
- Rückweg nach Oslo – über Lom und den höchsten Gebirgspass der Strecke.
Die exakten Distanzen zwischen den Orten solltest Du mit einem Routenplaner für Deine konkrete Streckenwahl selbst nachsehen, da sie je nach Tunnel- und Fährvariante schwanken. Wichtig ist die Faustregel: 150 bis 250 km pro Tag sind in Norwegen ein voller Tag. Plane Pufferzeit für spontane Stopps und Fotopausen ein.
Wer Naturhöhepunkte sucht, findet entlang dieser Route reichlich davon. Die Region rund um Geiranger und Trollstigen ist besonders wasserreich – mehr dazu auf unserer Übersicht zu Wasserfällen in Norwegen. Für die Auswahl der schönsten Etappen lohnt der Blick auf die Landschaftsrouten Norwegens, denn viele Höhepunkte liegen auf den Nasjonale turistveger.
Die 3-Wochen-Verlängerung bis Lofoten
Wer drei Wochen Zeit hat und den Norden sehen will, hängt an die Fjord-Runde eine Nordschleife an. Von der Westküste geht es über die Atlantikstraße (Atlanterhavsveien) zwischen Kristiansund und Molde – eine ganzjährig befahrbare Küstenstraße, die zu Recht zu den festen Höhepunkten zählt. Weiter führt der Weg über Trondheim Richtung Bodø und über den Polarkreis.
Den Schlusspunkt bildet die Autofähre von Bodø nach Moskenes auf den Lofoten. Sie dauert etwa 3 Stunden und 15 Minuten. Sei Dir bewusst: Diese Route ist ambitioniert. Die reine Strecke vom Süden bis Lofoten und zurück verschlingt eine ganze Reihe von Tagen, an denen Du vor allem fährst. Wenn drei Wochen knapp werden, ist eine kürzere, tiefere Fjord-Runde fast immer das schönere Erlebnis, als Norwegen von Süd bis Nord abzuhaken.
Übernachtungsplätze für jede Etappe findest Du über unsere Hub-Seite zu Wohnmobilstellplätzen in Norwegen.
Gebirgspässe und ihre Saison – die Reisezeit entscheidet
Die spektakulärsten Pässe sind nur einen Teil des Jahres offen. Das ist der wichtigste Planungsfaktor überhaupt, besonders im Mai und Frühjuni.
- Sognefjellet (FV55) ist mit 1.434 m der höchste Gebirgspass Nordeuropas. Er öffnet meist Ende April bis Mitte Mai, verlässlich offen ist er oft erst um Mitte Mai. Geschlossen wird er meist zwischen Mitte November und Mitte Dezember.
- Trollstigen ist im Winter immer gesperrt und normalerweise von Mitte Mai bis Oktober/November offen. 2024/2025 war er wegen Steinschlags länger dicht und öffnete 2025 erst am 14.07.2025. Auch kurzfristige Sperrungen bei Starkregen bleiben möglich. Als Basislager für diese Etappe eignet sich das Åndalsnes Camping og Motell im Romsdal.
- Aurlandsfjellet (die Schneestraße) schließt typischerweise Ende Oktober und öffnet Anfang Mai.
- Gamle Strynefjellsvegen öffnet deutlich später als die anderen Pässe – offiziell erst um den 15. Juni. Wer im Mai oder Frühjuni reist, sollte hier mit einer Sperrung rechnen.
Startest Du im Mai, plane für jeden hohen Pass eine Tieflandalternative ein und prüfe den aktuellen Straßenstatus tagesaktuell bei den Verkehrsinformationen von Statens vegvesen (siehe Quellen unten). Pässe können auch kurzfristig kolonnengefahren oder gesperrt werden.
Fähren planen und richtig bezahlen
Fähren sind Teil fast jeder Norwegen-Route – als Naturerlebnis, aber auch als Engpass und Kostenfaktor. Plane sie aktiv ein.
Fährenabhängige Abschnitte
Die saisonale Fähre Geiranger-Hellesylt verkehrt etwa von April bis Oktober und ist Teil vieler Fjord-Runden. Genaue Preise und Abfahrtszeiten für 2026 variieren – informiere Dich direkt beim Betreiber.
Die Autofähre Bodø-Moskenes auf die Lofoten dauert rund 3 Stunden und 15 Minuten und hat in der Hauptsaison von Juni bis August viele Abfahrten pro Tag. Nur ein Teil der Kapazität ist reservierbar; die Online-Reservierung über Torghatten ist bis 20 Uhr am Vortag möglich. In der Hochsaison reicht die Kapazität oft nicht für alle Wartenden – reserviere vorab oder steh sehr früh an, sonst kann die nächste Abfahrt Stunden später liegen.
So zahlst Du günstig
Die meisten norwegischen Fähren laufen über das AutoPASS-System (Ausnahmen sind unter anderem Moss-Horten und einige Verbindungen in Trøndelag). Bei der Bezahlung gibt es drei Stufen:
- AutoPASS for ferry mit Vorauszahlungsvereinbarung: 40 bis 50 Prozent Rabatt auf Fährfahrten – die günstigste Variante.
- Gültiges AutoPASS-Tag ohne Fähr-Vereinbarung: 10 Prozent Rabatt.
- FerryPay ohne Tag: Das Kennzeichen wird beim Auffahren automatisch gelesen und die hinterlegte Karte mit einem Vollpreis-Ticket belastet – ohne jeden Rabatt.
Als Ausländer solltest Du die AutoPASS-Registrierung also vor der Reise erledigen. Wer das verpasst, zahlt Fähren zum vollen Preis und verschenkt bis zu 40 bis 50 Prozent. Mautgebühren auf Straßen werden ohnehin später per Kennzeichen abgerechnet – auch hier lohnt die rechtzeitige Registrierung, um Nachzahlungen und unnötige Kosten zu vermeiden.
Fazit: Lieber tief statt weit
Norwegen belohnt Entschleunigung. Mit kurzen Etappen, einer ehrlichen Einschätzung der Pass-Saison und vorab geregelter Fährbezahlung wird aus Deiner Reise ein Genuss statt einer Kilometerjagd. Für zwei Wochen ist die Fjord-Runde im Süden und Westen ideal; drei Wochen reichen bis Lofoten, wenn Du die Anfahrtstage einkalkulierst. Beginne Deine Detailplanung am besten bei den Landschaftsrouten Norwegens – dort findest Du die schönsten Etappen für Deine persönliche Route.
Häufige Fragen
- Reichen zwei Wochen für eine Wohnmobil-Reise durch Norwegen?
- Ja, für eine tiefe Fjord-Runde im Süden und Westen. Plane Telemark, Sognefjord, Hardangerfjord und Geiranger mit kurzen Tagesetappen von 150 bis 250 km. Wer in zwei Wochen bis Lofoten will, hetzt nur durch.
- Wann öffnen die Gebirgspässe wie Sognefjellet und Trollstigen?
- Sognefjellet (FV55) öffnet meist Ende April bis Mitte Mai, verlässlich offen ist er oft erst um Mitte Mai. Trollstigen ist normalerweise von Mitte Mai bis Oktober/November offen, öffnete 2025 wegen Steinschlagarbeiten aber erst am 14.07.2025. Prüfe den Status tagesaktuell auf vegvesen.no.
- Wie bezahle ich Fähren in Norwegen am günstigsten?
- Mit einer AutoPASS-for-ferry-Vorauszahlungsvereinbarung erhältst du 40 bis 50 Prozent Rabatt. Mit gültigem AutoPASS-Tag ohne Fähr-Vereinbarung sind es 10 Prozent. Über FerryPay ohne Tag zahlst du den Vollpreis ohne Rabatt.
- Wie lange dauert die Fähre von Kiel nach Oslo?
- Die Color-Line-Übernachtfähre Kiel-Oslo dauert etwa 20 Stunden. Aktuelle Preise für ein Wohnmobil findest du direkt auf colorline.com, da sie je nach Saison und Fahrzeuglänge variieren.
- Muss ich die Fähre Bodø-Moskenes nach Lofoten reservieren?
- In der Hauptsaison Juni bis August ist die Nachfrage hoch und nur ein Teil der Kapazität reservierbar. Reserviere vorab über Torghatten oder steh früh an, sonst kann die nächste Abfahrt Stunden später liegen.
- Wie viele Kilometer pro Tag sind in Norwegen realistisch?
- Plane 150 bis 250 km pro Tag. Kurvige Fjordstraßen, Tunnel, langsame Fahrzeuge und Fähren machen 80 km/h zur Ausnahme. Wer 350 km und mehr plant, sieht vor allem die Windschutzscheibe.
Quellen
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