Der Sukken-Hof: von 1591 bis zur Camping 1978

Wenige Campingplätze in Norwegen können bei der historischen Tiefe mit Sukken mithalten. Der Hof liegt in der Ortschaft Rødenes in der Kommune Marker, und die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1591 – das macht Sukken zum ältesten registrierten Hof der Ortschaft. Fast 400 Jahre lang war dies ein gewöhnlicher Bauernhof im Grenzland zu Schweden, mit Waldwirtschaft, Vieh und Ackerstücken zwischen den Waldtümpeln.

Erst 1978 eröffneten Rangvald und Margit Sukken ein Camping-Angebot auf dem Grundstück. Sie begannen im Kleinen mit Plätzen für Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil und bauten das Angebot schrittweise aus. 1990 übernahmen die Tochter Bjørg und ihr Mann Lars Hansson. Lars stellte im selben Jahr die ersten Hütten auf, und heute verfügt das Gastgeberpaar über 14 Hütten mit insgesamt 52 Betten – noch immer auf dem alten Familienhof.

Ein kleiner Platz im Grenzland – ohne Lärm

Sukken Camping ist ein bewusst kleiner Naturcampingplatz. Du findest hier keine Plastik- Spielgeräte, kein Badeland und keine pulsierende Abendunterhaltung. Stattdessen liegt der Platz umgeben von dichtem Nadelwald aus Østfold, mit freiem Blick auf Waldtümpel und elchreiches Gelände. Die Saison ist kurz und abgegrenzt – vom 1. Juni bis 31. August –, und das gibt dem Platz einen klaren Sommercharakter ohne zu viel Durchzug.

Die Ausstattung ist nüchtern, aber ausreichend: Feuerstelle, Grillplatz und Lagerfeuerstelle laden zu langen Abenden draußen unter den Birken ein. Der Platz nimmt Zelt, Wohnwagen, Wohnmobil und Gäste in der Hütte auf, und die Zufahrt von der Rv 21 ist einfach – auch für große Gespanne. Die Entfernung nach Ørje beträgt nur 4 Kilometer, wenn Du also Laden, Kraftstoff oder ein Restaurant brauchst, ist es eine kurze Fahrt. Für Wohnmobilreisende ist die Kombination aus langsamem Tempo, Angelsee in Gehweite und kurzer Strecke nach Schweden das, was Sukken zu einem stillen Favoriten macht.

Der Halden-Wasserweg direkt vor der Tür

Sukken liegt mitten im Einzugsgebiet des Haldenvassdraget, eines 149 km langen Wassersystems, das vom Femsjøen in Halden bis hinauf nach Skulerud in Aurskog-Høland reicht. Der Rødenessjøen, der gleich nordwestlich des Campings liegt, ist einer der größten Seen des Wasserwegs und für Kanufahren und Freizeitbootleben bekannt.

Die Angelmöglichkeiten sind gut. Das Gastgeberpaar verkauft Angelscheine direkt auf dem Platz, und Du kannst in unzähligen kleinen Waldtümpeln rund um den Camping nach Hecht und Barsch werfen. In einigen Gewässern wurde auch Forelle ausgesetzt. Mit Kanu oder Kajak kannst Du nach Süden zu den Ørje-Schleusen und weiter in den Kanal paddeln – ein beliebtes Mehrtagesangebot für Familien.

Die Ørje-Schleusen, die Festung und Spuren des Zweiten Weltkriegs

Ein guter Ausgangspunkt für Tagestouren ist eine Kernqualität von Sukken. Nur vier Kilometer entfernt liegen die Ørje-Schleusen mit dem Kanalmuseum, wo im Sommer noch alte Dampfboote fahren. Die Schleusenanlage ist Teil des Haldenkanals und als technisch-industrielles Kulturerbe unter Schutz gestellt.

Die Festung Ørje liegt gleich daneben und erzählt die Geschichte der Grenzverteidigung gegen Schweden. Für Kriegsinteressierte beginnt die Flüchtlingsroute Offerstensveien direkt am Camping – ein markierter Naturpfad, der dem Weg folgt, den norwegische Flüchtlinge nutzten, um sich während der Besatzung 1940–45 nach Schweden durchzuschlagen. Weiter südlich findest Du die Festung Basmo (17 km) und das Fort Høytorp (25 km).

Grenzshopping und Motorsport

Wer Natur mit urbanem Tempo verbinden will, hat den Handelspark Töcksfors nur 10 km und 15 Fahrminuten entfernt auf schwedischer Seite. Das Zentrum ist bei Norwegern für Lebensmittel, Kleidung und Elektronik beliebt.

Motorsportbegeisterte haben das Motorzentrum Rudskogen, eine der führenden Rennanlagen des Landes, 35 km entfernt. Die Trabrennbahn Momarken (25 km) und die Trabrennbahn Örjeng auf schwedischer Seite (35 km) bieten ein breites Angebot für Pferdeinteressierte. Für eine breitere Reiseplanung in der Gegend sind Kirkeng Camping in Aremark und der Wohnmobil-Stopp Ørje Bobilparkering einen Besuch wert.

FAQ

Frage: Wann hat Sukken Camping geöffnet? Antwort: Die Saison ist kurz, vom 1. Juni bis 31. August. Außerhalb dieser Monate ist der Platz geschlossen.

Frage: Wie alt ist der Sukken-Hof? Antwort: Der Hof wird erstmals 1591 erwähnt und gilt als der älteste registrierte Hof der Ortschaft Rødenes. Der Campingbetrieb begann erst 1978.

Frage: Gibt es Hütten oder nur Stellplätze? Antwort: Das Gastgeberpaar verfügt über 14 Hütten mit insgesamt 52 Betten. Zusätzlich gibt es Platz für Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil.

Frage: Wie weit ist es zur schwedischen Grenze? Antwort: Rund 10 km entlang der Rv 21 Richtung Skotterud. Den Handelspark Töcksfors erreichst Du in einer Viertelstunde.

Frage: Kann ich angeln, ohne vorab einen Schein zu besorgen? Antwort: Ja, Angelscheine werden direkt auf dem Camping verkauft, und sie decken sowohl die Waldtümpel als auch Teile des Halden-Wasserwegs in der Nähe ab.

Quellen